Wahre praktizierte Autoliebe war es wohl nicht zwischen Columbo und seinem französischen Gefährten. Schauspieler Peter Falk war zunächst ohnehin nicht sehr angetan von der Idee neben seinem Mantel und der Zigarre im Mundwinkel ein Auto als weiteres Markenzeichen Columbos hinzuzufügen.

Späte (Auto-)Liebe

Erst nachdem er Filmautor und Serien-Erfinder William Link widerwillig zusagte, sich zumindest mal umzusehen im großen Fuhrpark der Universal-Studios und nach vielen „nichtssagenden Autos“ endlich in einer Ecke ein verbeultes und verrostetes Cabrio von Peugeot fand, ließ sich Falk bekehren.

Columbo mit seinem Peugeot 403 Cabrio
Das Dienstfahrzeug von Columbo ein Peugeot 403 Cabriolet, Baujahr 1959.

Zum Glück! Denn der runtergekommene aber durchaus charmante Franzose wurde quasi zu einem Running Gag der Serie. Zum ersten Mal 1971 in „Tödliche Trennung“ war er danach nicht mehr wegzudenken aus der Erfolgsserie (ausgestrahlt zwischen 1971-78 und 1989-2003). In all den Jahren wurden angeblich nur zwei Fahrzeuge eingesetzt.

Einerseits handelt es sich um ein seltenes und recht exklusives Auto mit Vollausstattung (Grande Luxe Cabriolet), das sich jedoch andererseits sich mit kleinen Unfallschäden, stumpfem Lack und fehlenden Anbauteilen als nahezu schrottreif präsentiert.

Columbos 1959 Peugeot 403
Leicht ramponiert, aber liebenswürdig

Columbo gibt an, den Wagen zu mögen, investiert in dessen Technik und schlägt auch lukrative Angebote aus, den Wagen zu tauschen. Der graue Wagen ist Anlass für zahlreiche Gags – als Columbo zum Beispiel in einem Filmstudio ermittelt, hält man das Fahrzeug für einen Stuntwagen, der zu Schrott gefahren werden soll.

Peugeot Cabrio 403 in Weiß
Es geht auch gepflegt: Weißes Peugeot 403 Cabriolet

Peugeot 403 – Sogar erfolgreicher als die Göttin

Mit der Baureihe 403 trat Peugeot 1955 (Premierenparty auf dem Pariser Autosalon) gegen keine geringere als die mittlerweile legendäre Göttin Citroën DS an. Und wie die Verkaufszahlen beweisen sollten, hinkte dieser Vergleich keinesfalls.

Columbus „Schönheit“ hat einen 65 PS starkem 1,5-Liter-Benzin-Motor und kostete 1959 als Cabrio 12.790 Deutsche Mark. Teuer waren die robusten Peugeot nur als Gebrauchtwagen, da erzielten sie Preise auf Mercedes-Niveau. Peugeot war selbst verblüfft über das Ergebnis eines Kostenvergleichs zwischen französischen Herstellern: Danach mussten die Marken Simca und Citroen 15 bzw. 5 Mal höhere Garantiekosten für ihre Mittelklasse bezahlen als Peugeot. Kein Wunder, dass sich Peugeot Ende der 1950er Jahre selbst feierte als „profitabelster Autobauer Europas“, der übrigens in Deutschland erst mit dem 403 wirklich populär wurde.

Für das Karosserie-Styling war Pininfarina verantwortlich. In der Welt der Schönen, Reichen und Intelligenten, in der Columbo ermittelt, ist der Peugeot ein wahrer und liebenswerter Exot zwischen den Rolls-Royce, Jaguar und Ferrari.

Auch Motorvision widmete dem Inspektor-Fahrzeug unlängst einen Beitrag:

Dieses Dingsda – legendär

Fast schon legendär die Szene aus „Columbo: Mord im Glitzerland“:

Der Peugeot will nicht anspringen. Columbo ruft den Automobilclub an, und eine Dreiviertelstunde später fährt ein Servicewagen des Clubs vor:

„Die Batterie ist leer“, sagt der Mechaniker. Ich lade sie neu auf.“
„Nee“, sagt Columbo. Er nahm den Zigarrenstummel aus dem Mundwinkel. „Glauben sie mir, für mich ist das nicht neu. Sehen sie dieses Dingsda? Wie nennt man das? Wenn sie den Schlüssel ansetzten und eine Vierteldrehung nach rechts machen, läuft mein Auto wieder.“

„Mister, die Batterie ist leer!“ …
Columbo schüttelt den Kopf und beschwichtigt den Mann mit ein paar Handbewegungen. „Nichts für ungut. Sehen sie, mein Auto ist eine französische Marke. Ich weiß nicht, wie das funktioniert, jedenfalls funktioniert es anders als bei amerikanischen oder japanischen Autos. Versuchen sie es auf meine Weise, ja? Drehen sie das Ding um eine Vierteldrehung nach rechts und…“

„Mister, wenn das hilft, warum haben sie nicht längst an dem Ding gedreht?“
„Weil sie der Mann mit dem Werkzeug sind! Deshalb habe ich angerufen und gesagt: Bringen sie ihr Werkzeug mit.“ …

Der Mechaniker schüttelt verständnislos den Kopf, aber dann setzt er den Schlüssel an Columbos „Dingsda“ und drehte eine Vierteldrehung nach rechts.

„Fein, danke. Jetzt probieren wir mal.“

Columbo rutscht hinter das Lenkrad, drehte den Schlüssel, und der Motor springt an.
Columbo schaut hoch, grinst und hebt die Schultern: „Sehen sie, Mister, ich sagte ihnen ja, dies ist ein französisches Auto, die sind anders.

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